Welchen Scanner für welchen Zweck kaufen?

Wer derzeit einen Scanner kauft, muss sich zwischen verschiedenen Geräteklassen entscheiden. Hier eine Orientierungshilfe wie diese preislich und qualitativ einzuordnen sind.

A) CMOS-Scanner - 50-200 Euro

CMOS-Scanner sind eigentlich nur kleine Boxen in die man eine Digitalkamera eingebaut hat. Die Qualität ist durch die Bank lausig, gekauft werden sie trotzdem in großen Stückzahlen. Für qualitätsbewusste Anwender sind sie ungeeignet.

B) Flachbettscanner - 60-700 Euro

Die gängigen Flachbettscanner mit Durchlichteinheit eignen sich sowohl für Durchlichtvorlagen wie Dias und Negative als auch für Auflichtscans von Fotos und Dokumenten. Die effektive optische Auflösung dieser Scanner ist eher gering, was sich insbesondere bei starken Vergrößerungen (Kleinbildfilm, APS) bemerkbar macht.

C) Filmscanner - 250-1000 Euro 

Reinrassige Filmscanner können nur Film scannen, es sind echte Spezialisten. Anders als Flachbettscanner verfügen sie nicht über eine qualitätsmindernde Glasauflage und sind daher prinzipiell zu hohen Abbildungsleistungen fähig. Allerdings haben sich die Hersteller hochwertiger Filmscanner wie Nikon, Minolta und Canon au diesem Markt komplett zurückgezogen. Die verbliebenden Hersteller wie Reflecta, Braun und Plustek fertigen nur Geräte die qualitativ bestenfalls als zweitklassig einzuordnen sind. Die Auflösung dieser Filmscanner liegt jedoch immer noch über der von Flachbettscannern. Die beste Qualität erhält man jedoch heute immer noch mit einem gut erhaltenen Nikon Coolscan 5000. Dieses Gerät ist zwar schon in 2003 entwickelt worden, aber die vorgenannten Hersteller konnten in der Zwischenzeit ihre Geräte nicht signifikant verbessern.

D) Imacon/Hasselblad Scanner - 12.000-20.000 Euro

Hasselblad (vormals Imacon) setzt für seine sündteuren Scanner auf ein spezielles Verfahren, die sogenannte virtuelle Trommel. Damit sind höhere Abbildungsleistungen als selbst mit den besten Filmscannern möglich, allerdings ist das Preisniveau auch entsprechend. Moderne Features wie die infrarotbasierte Staub- und Kratzerentfernung die bei Flachbett- und Filmscannern längt Einzug gehalten hat, fehlen hier allerdings. Für sehr gut betuchte Privatiers sind Hasselblad-Scanner durchaus eine Übrerlegung wert. Anders als bei echten Trommelscannern sind sie nämlich recht benutzerfreundlich.

E) Trommelscanner - ab 32.000 Euro

Trommelscanner sind die Dinosaurier unter den Scanner. Sie sind sehr voluminös, sehr teuer und - bedingt durch die Montage auf die Bildtrommel - sehr kompliziert zu bedienen. Wer all das in Kauf nimmt, wird jedoch mit einer Bildqualität belohnt, die Film- und Hasselblad-Scanner noch übertrifft. Entgegen anderslautenden Gerüchten sind diese Scanner immer noch bei vielen Dienstleistern im Gebrauch, und bei Aztek und ICG kann man auch heute noch Neugeräte kaufen! Für Privatanwender sind Trommelsanner aus den eben beschriebenen Gründen eher weniger geeignet. Zwar gibt es sie hin und wieder zu günstigen Preisen bei eBay, allerdings sollte man wissen worauf man sich mit ihnen einlässt. Für die allermeisten Scanner gibt es beispielsweise gar keine aktuelle Software mehr. Für einige Modelle hat SilverFast jedoch Scansoftware entwickelt.

 
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