14. August 2013

Xerox: Scannerbug schlimmer als befürchtet

Seit Ende Juli häufen sich im Internet Meldungen, dass einige Xerox-Scanner unter einem schwerwiegenden Bug leiden. Die bisherigen Versuch das Problem zu lösen haben weitere bisher noch nicht bekannte Probleme zutage gefördert. Eventuell sind nicht nur Xerox-Scanner, sondern auch andere Hersteller betroffen.


Der Erfinder des Fotokopierers hat Probleme mit der Bildkomprimierung. (Bild: Xerox)

Ende Juli hatte David Kriesel einen Bug bei Xerox-Scannern entdeckt.  Beim Scan vertauschen die Geräte unbemerkt Ziffernkombinationen. Man erhält dann technisch perfekte Scans, die aber mit falschen Informationen enthalten können. Da sich Xerox anfänglich wenig motiviert zeigte das Problem überhaupt offiziell anzuerkennen, ging David Kriesel damit via Blog an die Öffentlichkeit. Einen Patch für den Bug gibt es bis heute noch nicht, nur eine Ankündigung, dass Xerox einen Patch in Vorbereitung hat.

Nach aktuellem Stand ist das Problem noch gravierender als ursprünglich befürchtet. Es soll nunmehr sämtliche Kompressionseinstellungen betreffen. Wer einen der u.g. Scanner verwendet, hat aller Wahrscheinlichkeit nach in der Vergangenheit fehlerhafte Scans produiert:

  • ColorQube : 87XX, 89XX, 92XX, 93XX
  • WorkCentre : 5030, 5050, 51XX, 56XX, 57XX, 58XX, 6400, 7220, 7225, 75XX, 76XX, 77XX, 78XX 
  • WorkCentrePro : 2XX 
  • BookMark : 40, 55

Die beste Dokumentation zum Xerox-Scannerbug gibt es bisher in diesem Blogeintrag von David Kriesel.

Besonders skandalös aus Benutzersicht: das Problem war bei Xerox schon lange bekannt, wurde aber totgeschwiegen. Mit einem unauffälligen Hinweis in der Bedienungsanleitung versuchte der Hersteller die Verantwortung für die Fehlfunktion seiner Scanner auf die Kunden abzuwälzen. Meiner Meinung nach, hätten die Scanner mit derart gravierenden funktionellen Mängeln gar nicht erst ausgeliefert werden dürfen. 

Es ist durchaus möglich, dass nicht nur Xerox sondern auch andere Hersteller von dem Problem betroffen sind. Verantwortlich für die vertauschten Ziffern soll das Kompressionsverfahren JBIG2. Und dieser Standard wird durchaus auch von anderen Herstellern bei ihren Scannern eingesetzt. 


(Sascha Steinhoff)

 
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