23. März 2012

Aldi: Tevion FS 5000 - Günstiger Dia- und Negativscanner

Aldi Süd hat ab Donnerstag den 29. März einen sehr günstigen Scanner für Dias und Negative im Angebot. Obwohl der kompakte Tischscanner nur knapp 30 Euro kostet, bietet er reichhaltige Funktionen.


Tevion Diascanner FS 5000 bei Aldi Süd

©Aldi Süd

Aldi Nord ist im Dezember 2011 mit einem günstigen Diascanner (Medion E8900, 25 Euro) vorgeprescht, nun zieht Aldi Süd mit der Tevion FS 5000 nach. Der Tevion Scanner wird für knapp 30 Euro ab dem 29.03.2012 in den Filialen von Aldi Süd erhältlich sein. Wir haben uns die Spezifikationen des Scanners einmal genauer angesehen. 

Bauart und maximale Auflösung

Der Tevion FS 5000 ist ein CMOS-Scanner, also ein Scanner billigster Bauart. Aldi bewirbt eine maximale optische Auflösung von 5,1 Megapixel, das entspricht einer Auflösung von 1.800 spi. Das ist so ziemlich das untere Ende dessen was für die Digitalisierung von Dias und Negativen noch empfehlenswert ist. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass diese Werte Herstellerangaben sind, die tatsächlich Auflösung liegt bei Scannern dieser Klasse in aller Regeln noch deutlich niedriger. Im interpolierten Modus erzeigt der FS 5000 Bilddateien mit 3.600 spi, dieser Wert ist jedoch zu vernachlässigen, da die Interpolation ein stark qualitätsminderndes Verfahren ist. Man kann im übrigen jede beliebige Bilddatei auf jeden gewünschten Wert interpolieren, daher sind diese Werte nicht aussagekräftig. Eine infrarotbasierte Staub- und Kratzerentfernung gibt es anscheinend beim FS 5000 nicht.   

Bedienung und Scangeschwindigkeit

Die Bedienung des über USB 2.0 angeschlossenen Scanners ist recht einfach. Belichtung und Farbe stellt das Gerät automatisch ein. Dank Stromversorgung über den USB Bus braucht man nicht eimal ein Netzteil. Zur Scangeschwindikeit gibt es in der Beschreibung keine Angaben, allerdings spricht das Werbevideo von einem Durchsatz von 20 Bildern pro Minute. Dieser Wert wäre nichts weniger als eine Revolution, selbst CMOS-Scanner die um den Faktor 10 teurer sind, gehen deutlich behäbiger zu Werke (vergleiche diesen Test der Reflecta Image Box). Generell dauert das Abtasten des Bildes bei CMOS-Scannern nur einen Sekundenbruchteil. Grund: Das Dia wird nicht zeilenweise gescannt, sondern in einem Rutsch abfotografiert. Bis zum fertigen Bild vergeht aber regelmäßig eine deutlich längere Zeit, das hängt sowohl von der Elektronik des Scanners als auch von der Schnittstelle und dem angeschlossenen PC ab. 

Stapelverarbeitung beim Diascan 

In diesem Video auf der Webseite von Aldi-Süd wird die Funktionsweise des Tevion FS 5000 anschaulich demonstriert. Besonders interessant ist die semiautomatische Stapelverarbeitung. Man stapelt die Dias in einem Plastikbehälter und sobald ein Scan beendet ist, reicht eine Handbewegung des Anwenders um das nächste Dia zu laden. Ein vollwertiger Ersatz für einen motorbetriebenen Transport ist das zwar nicht, verglichen mit den sonst in dieser Preisklasse üblichen Einschubhaltern die maximal 4-6 Dias fassen ist das aber schon eine Verbesserung. 

Lieferumfang und Garantie 

Im Lieferumfang des TS 5000 sind eine Halterung für Negativstreifen, eine Halterung für gerahmte Dias, eine Reinigungsbürste, Scan-Software und die  Bedienungsanleitung enthalten. Die Garantie beträgt drei Jahre.

Kaufempfehlung und Fazit

Der Scanner bietet viele Funktionen zu einem sehr günstigen Preis. Nach dem was man aus den bekannten Spezifikationen ableiten kann, dürfte der FS 5000 aber nur eine dürftige Scanqualität abliefern. Insbesondere die im Werbevideo gezeigten Scans sind mit einem Scanner dieser Klasse keinesfalls zu erreichen! Eine realistischen Vergleich der verschiedenen Scannerklassen (u.a. CMOS-Scanner. Filmscanner, Trommelscanner, Laborscanner) gibt es im c't Sonderheft Digitale Fotografie 04/2011. Auf der Heft-DVD dieser Ausgabe befinden sich die originalen Scans, insbesondere die CMOS-Scans lassen hier in allen Belangen zu wünschen übrig.

Generell gilt: Man bekommt das was man bezahlt. Für 30 Euro Anschaffungspreis kann man keine hochwertigen Scans erwarten. Für brauchbare Scans sollte man mindestens 200 Euro investieren, beispielsweise in den Flachbettscanner Canon Canoscan 9000F. Wirklich hochwertige Scans erfordern deutlich teurere Scanner. Wer diese Investition scheut kann seine Scanner auch zu einem Scanservice geben der entsprechendes Gerät verwendet. 


(Sascha Steinhoff)

 
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